Interviews – warum?

Es gibt so viele tolle Menschen, die viel bewegen. Im Kleinen wie im Großen. Durch warmherzige Gedanken, witzige Ideen oder berührende Taten. Egal ob miniwinzig oder supermutig. Geschichten, die interessant sind, die gerne gelesen werden, Aktionen, die Impulse geben und Lust machen, ebenfalls etwas auf die Beine zu stellen. Darüber möchten wir schreiben und Euch einladen, dabei zu sein. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und fragen:

Möchtest Du unser nächste(r) Interview-Partnerin/Partner sein? Dann melde Dich gerne. Wir freuen uns auf Dich.

Ricarda

Ricarda  arbeitet in eigener Praxis als Logopädin und lebt in Hagen am Teutoburger Wald. Sie ist unsere zweite Interviewpartnerin.

Wie würdest du Dich beschreiben?

Bin offen und tolerant, mag Herausforderungen, habe viel Humor

In der Zeitung wurde wiederholt über Dein Engagement berichtet. Was ist Deine Motivation?

In den Nachrichten wurde 2015 an irgendeinem Tag von einem brennenden Flüchtlingsheim berichtet. Ich saß vorm Fernseher und habe gemerkt,  dass ich das Sehen und Hören über tägliche Katastrophen nicht mehr aushalte. Das Geschehen  schrecklich zu finden und dabei passiv zu bleiben, wollte ich nicht mehr. Ich musste einfach etwas tun. Wollte Aktivitäten statt Hilflosigkeit.

Welche Aktionen hast Du begleitet?

Zum Beispiel haben wir mit den Hagener Fußball-Mädels und Unterstützung meiner Familie (Euch allen nochmals DANKE) innerhalb von 24 Stunden vier Autos, gefüllt mit Sachspenden, zu einem Flüchtlingsheim gebracht. 
Mit meinem  Bruder Benedikt und  seiner Freundin Theresa  starteten wir die Aktion Fußball für Flüchtlinge – Fußball für Freunde, ein Jahr später dann das Nachfolge-Projekt Fußball für Freunde  – Integration erleben. Diese Veranstaltungen unterstützte der Hagener Sportverein. Gemeinsam haben wir eine rundum tolle Kampagne auf die Beine gestellt, jeweils superschöne Tage gehabt mit vielen Angeboten und einer großen Summe von Einnahmen, die direkt in weitere Projekte fließt und Flüchtlingen zu Gute kommt.

Haben Dich die Erfahrungen der letzten Jahre verändert?

Mir haben die letzten Monate und auch die Begleitung einer neuzugezogenen Familie aus Afghanistan sehr viel gegeben. Der Austausch bereichert mein Denken, lässt mich über den Tellerrand  gucken. Den Eltern und Kindern zuzuhören jetzt, wo wir uns sprachlich immer besser verständigen können, berührt mich tief. Ich bin  mir bewusst, wie gut wir es haben, in einem sicheren Land geboren worden zu sein. Weil wir Glück haben. Ganz ohne unser Zutun. Die afghanische Familie hat Schreckliches er- und überlebt. Ihren Schilderungen habe ich es zu verdanken, dass ich mein Leben, meinen Alltag viel bewusster wahrnehme.